FluchtRucksack für eine person
Was gehört hinein?
Ein Fluchtrucksack soll im Notfall ermöglichen, für einige Tage selbstständig unterwegs zu sein. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Dinge einzupacken, sondern die wichtigsten Gegenstände sinnvoll auszuwählen. Ein 88-Liter-Rucksack bietet zwar viel Stauraum, sollte aber nicht unnötig schwer werden.
Für eine Person empfiehlt es sich, den Rucksack nach den Bereichen Wasser, Nahrung, Wärme, Unterkunft, Erste Hilfe, Hygiene, Orientierung und Kommunikation zu packen.
Wasser – die wichtigste Grundlage
Wasser gehört zu den wichtigsten Bestandteilen eines Fluchtrucksacks. Für den Anfang sollten etwa 2 bis 3 Liter Trinkwasser direkt mitgeführt werden. Zusätzlich sind ein Wasserfilter und Wasserentkeimungstabletten sinnvoll, damit unterwegs vorhandenes Wasser gegebenenfalls aufbereitet werden kann.
Eine oder mehrere faltbare Wasserflaschen sparen Platz, wenn sie gerade nicht benötigt werden.
Lebensmittel für mehrere Tage
Die Lebensmittel sollten lange haltbar, möglichst leicht und energiereich sein. Geeignet sind beispielsweise:
- Energieriegel
- Nüsse und Trockenfrüchte
- Trekkingnahrung
- haltbare Fertiggerichte
- Notfall- oder Energienahrung
- kleine Snacks
Für einen Fluchtrucksack bietet sich ein Vorrat für ungefähr drei Tage an. Ein kleiner Löffel oder ein leichtes Besteck kann ebenfalls eingepackt werden.
Wärme und Wetterschutz
Bei einer Flucht kann das Wetter schnell zu einem entscheidenden Problem werden. Deshalb sollte man unabhängig von der Jahreszeit zumindest einen grundlegenden Wetterschutz dabeihaben.
Sinnvoll sind:
- Biwaksack
- Rettungsdecke
- leichtes Tarp
- Schnur oder Paracord
- kleine Isomatte
- Regenjacke
Auch warme Kleidung sollte nicht fehlen. Zwei Paar Socken und Unterwäsche, ein Funktionsshirt, eine warme Fleece- oder Wollschicht sowie Mütze und Handschuhe nehmen vergleichsweise wenig Platz ein und können bei kaltem Wetter sehr wichtig sein.
Feuer und Licht
Feuer kann zum Wärmen und Kochen genutzt werden. Außerdem sollte man auch bei Dunkelheit handlungsfähig bleiben.
In den Rucksack gehören deshalb beispielsweise:
- 2-3 Feuerzeuge
- Feuerstahl
- wasserfeste Streichhölzer
- etwas trockener Zunder
- Stirnlampe
- kleine Taschenlampe
- Ersatzbatterien
Mehrere Möglichkeiten zur Beleuchtung und zum Feuermachen erhöhen die Ausfallsicherheit.
Erste Hilfe
Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set gehört ebenfalls in jeden Fluchtrucksack. Neben Pflastern sollten Verbandmaterial, Desinfektionsmittel und Materialien zur Versorgung kleinerer Verletzungen vorhanden sein.
Ergänzend können Blasenpflaster, Schmerzmittel und persönliche Medikamente eingepackt werden. Medikamente, die regelmäßig benötigt werden, sollten möglichst in ausreichender Menge vorhanden sein.
Hygiene
Hygiene wird auf der Flucht schnell zu einem praktischen Problem. Mit wenigen leichten Gegenständen lässt sich hier jedoch viel erreichen.
Empfehlenswert sind:
- Zahnbürste und Zahnpasta
- kleine Seife
- Toilettenpapier
- Feuchttücher
- kleines Handtuch
- Müllbeutel
- Hygieneartikel
- einige Zip-Beutel
Auch ein paar stabile Müllbeutel können vielseitig eingesetzt werden, beispielsweise zum Verpacken nasser Kleidung oder zum Schutz von Ausrüstung vor Regen.
Werkzeug und Reparaturmaterial
Ein kleines Multitool kann unterwegs sehr hilfreich sein. Dazu kommen einige einfache Gegenstände, mit denen sich Ausrüstung reparieren oder befestigen lässt.
Dazu gehören beispielsweise:
- Multitool
- stabiles Klebeband
- Kabelbinder
- Schnur
- kleines Nähset
- Arbeitshandschuhe
Bei Werkzeugen sollte man auf möglichst kompakte und leichte Ausführungen achten.
Dokumente und Geld
Wichtige Dokumente sollten zusätzlich zu den Originalen auch als Kopie mitgeführt werden. Die Unterlagen sollten wasserdicht verpackt sein.
Sinnvoll sind Kopien von:
- Ausweis
- wichtigen Kontaktdaten
- Versicherungsunterlagen
- wichtigen medizinischen Informationen
- eventuell benötigten persönlichen Dokumenten
Außerdem sollte etwas Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen eingepackt werden, da elektronische Zahlungsmöglichkeiten im Notfall möglicherweise nicht funktionieren.
Orientierung und Kommunikation
Ein Smartphone ist praktisch, sollte aber nicht die einzige Möglichkeit zur Orientierung und Kommunikation sein. Ein Papierplan der Umgebung und ein Kompass funktionieren unabhängig von Strom und Mobilfunk.
Zusätzlich können folgende Gegenstände sinnvoll sein:
- Powerbank
- Ladekabel
- batteriebetriebenes oder Kurbel-Radio
- Papierkarte
- Kompass
- Notizbuch und Stift
- Signalpfeife
Eine Powerbank sollte möglichst regelmäßig kontrolliert und geladen werden.
Persönliche Ergänzungen
Je nach persönlicher Situation können weitere Dinge wichtig sein. Wer eine Brille trägt, sollte beispielsweise eine Ersatzbrille mitnehmen. Auch persönliche Hygieneartikel, spezielle Medikamente oder andere individuell benötigte Gegenstände gehören in den Rucksack.
Zusätzlich können FFP2-Masken, eine Schutzbrille, Sonnencreme, Sonnenbrille und kleine Handwärmer sinnvoll sein.
Das Gewicht nicht unterschätzen
Ein 88-Liter-Rucksack kann sehr viel aufnehmen – genau darin liegt aber auch eine Gefahr. Ein vollständig gefüllter Rucksack kann schnell so schwer werden, dass er über längere Strecken kaum noch komfortabel getragen werden kann.
Als grobe Orientierung kann man für einen gut ausgestatteten Rucksack beispielsweise mit etwa 15 bis 22 Kilogramm rechnen. Wasser und Lebensmittel machen dabei einen großen Teil des Gewichts aus.
Deshalb sollte man vor dem Packen überlegen, welche Gegenstände wirklich notwendig sind. Mehr Volumen bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit.
Fazit
Ein 88-Liter-Fluchtrucksack für eine Person sollte vor allem die grundlegenden Bedürfnisse abdecken: Trinken, Essen, Wärme, Wetterschutz, Erste Hilfe, Hygiene, Orientierung und Kommunikation.
Wichtig ist außerdem, den Rucksack regelmäßig zu kontrollieren. Lebensmittel und Medikamente sollten auf ihr Haltbarkeitsdatum geprüft, Batterien und Powerbanks geladen und die Kleidung an die jeweilige Jahreszeit angepasst werden.
Der beste Fluchtrucksack ist letztlich nicht derjenige, der am vollsten ist, sondern derjenige, den man im Ernstfall tatsächlich tragen und sinnvoll einsetzen kann.
